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New York
Mit "Ladder 16" durch Harlem
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- von Christoph Bachmann
Viele
Schweizer reisen zum Schoppen oder des Kulturprogramms wegen nach New
York. Sechs Höfner Feuerwehrmänner wollten die Stadt von einer anderen
Seite kennenlernen: Sie besuchten ihre "Kollegen" beim New York Fire
Department - und nahmen an einer Riesen-Parade durch die Stadt teil.
Einmal
im Leben mit der Feuerwehr von New York, Los Angeles oder London
unterwegs zu sein und mit Sirenengeheul und Blaulicht durch die mit
Autos vollbepackten Strassen zu fegen: Davon träumen viele. Die
Wollerauer Jean-Marc Oertig, Werner Rathgeb, Guido Stadelmann, Paul
Bachmann, Peter Kälin und Ruedi Ott sowie der Schindellegler Karl
Höftiger haben diesen Traum Mitte September Wirklichkeit werden lassen.
Die Mitglieder der Feuerwehren Wollerau und Schindellegi reisten in der
Woche vom 14. bis 21. September 1997 mit einem deutschen
Reiseunternehmer, der sich auf Touren zu den Feuerwehren dieser Welt
spezialisiert hat, in den Big Apple. |
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11'000 Feuerwehrleute, 1'100 Fahrzeuge Die
grösste Schadenwehr der Welt lässt sich in unseren Dimensionen kaum
fassen. Für die Brandbekämpfung und den medizinischen Ersteinsatz bei
Notfällen sind in der 8-Millionen-Stadt über 11'000 Feuerwehrleute
zuständig. Die 1'100 Fahrzeuge, darunter 209 Tanklöschfahrzeuge, die
sogenannten "Engines", sowie 142 Drehleitern ("Ladder") sind in 228
"Firehouses"untergebracht. Die "Spritzenhäuschen" sind auch die Basis
der über 360 Einheiten. Von ihnen aus werden über 350'000 Einsätze im
Jahr bestritten. Hier schlafen und verpflegen sich die Feuerwehrleute
während ihrer 12- oder 24-Stunden-Schichten. Wie sich Werner Rathgeb
und Guido Stadelmann persönlich überzeugen konnten, fehlt auf einigen
Stationen nicht einmal der Fitnessraum. |
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Weiterbildung und Training im Ausbildungszentrum Zusammen
mit der Reisegruppe besuchten die Wollerauer das Ausbildungszentrum der
New Yorker Feuerwehr. Dort werden jährlich mehrere hundert
Feuerwehrleute in einem zwölfwöchigen Kurs ausgebildet. Alle Einheiten
des "Fire Department" sind auf Randall's Island aber auch zwei- bis
viermal jährlich in einem Wiederholungskurs anzutreffen. Auch stand ein
Besuch bei einer Spezialeinheit in Manhattan sowie auf einem der drei
Feuerlöschboote der "Marine Division" an. Das aus dem Jahre 1938
stammende Boot pumpt 76'000 Liter pro Minute in bis zu 24 Schläuche -
dies entspricht der Leistung von mehr als 20 Tanklöschfahrzeugen. |
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Mit der New Yorker Feuerwehr NYFD unterwegs im Big Apple. Waren
diese Demonstrationen schon eindrücklich, wurde es für die Wollerauer
beim Besuch der einzelnen Wachen erst recht spannend. Ruedi Ott und
Paul Bachmann hatten am Dienstagabend gleich beim ersten "Anklopfen"
Glück. Auf einer Wache westlich des Central Park hiess man sie
willkommen - und nahm Ott gleich auf einen Einsatz mit. Im "Engine 40"
ging es durch die Strassen von New York zu einem Unfall, wo die
fünfköpfige Besatzung bei der Bergung von Verletzten half: In den
folgenden sieben Stunden, die Bachmann und Ott auf der Wache
verbrachten, galt es noch sechs weitere Male auszurücken. Dabei
erlebten die beiden Wollerauer Feuerwehrleute die ganze "Palette".
Brand, Unfall und Fehlalarm. "Bei einem harmlosen Auffahrunfall auf
einer 4-spurigen Strasse standen neben unserem zwei weitere
Tanklöschfahrzeuge, drei Leitern, zwei Krankenwagen und zwei
Polizeiwagen innert Kürze an der Unfallstelle", so Ott. |
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Etwas
ruhiger hatten es Werner Rathgeb und Guido Stadelmann in Harlem bei der
"Ladder 16". "In vier Stunden waren wir drei Mal im Einsatz", so
Rathgeb. Dafür konnten die Bande zu den Feuerwehrleuten enger geknüpft
werden. "Wir assen mit dem Team und waren nach Schichtende noch längere
Zeit mit einem Crew-Mitglied unterwegs". Die Offenheit und
Herzlichkeit, mit der sie auf den Wachen empfangen wurden,
beeindruckten die Wollerauer am meisten. "Obwohl nicht alle von uns
perfekt Englisch sprechen, klappte die Verständigung bestens", so
Rathgeb. Die Wollerauer bedankten sich denn auch noch speziell für die
gewährte Gastfreundschaft: Seit dem 21. September 1997 ziert nun ein
alter Wollerauer Feuerwehrhelm die Wache in Harlem. Die Freude über
dieses Präsent war bei den Vollprofis so gross, dass einer der
Crew-Mitglieder den Helm aus dem 19. Jahrhundert gleich zum nächsten
Einsatz anzog. |
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Parade durch die 5th Avenue Die
erlebnisreiche Woche wurde durch ein Ereignis gekrönt, von dem die
Wollerauer wohl noch ihren Enkelkindern erzählen werden: Die
Feuerwehrleute nahmen am Samstag, 20. September 1997, an einer Parade
durch die 5th Avenue teil, die von den deutschstämmigen Amerikanern New
Yorks jedes Jahr veranstaltet wird. "Es war ein tolles Gefühl, bei der
zweitgrössten Parade der Stadt mitlaufen zu können", so Jean-Marc
Oertig. Angeführt von Peter "Fidel" Kälin, ging es in der
Ausgangsuniform hinter einer Delegation der Berliner Feuerwehr her -
drei Kilometer durch die von Zehntausenden gesäumte Strasse. Nach rund
einer Stunde Marsch traf man sich dann mit anderen Feuerwehrleuten zu
einem rauschenden Fest bei Sauerkraut und Würsten, bei dem Patten, Pins
und viele Informationen ausgetauscht wurden. "Die Reise war in jeder
Hinsicht ein Volltreffer", so das kurze, aber wohl treffende Fazit der
Feuerwehrmänner. Ob sie inskünftig jede Grossstadt dieser Welt auf die
feuerwehrtechnischen Besonderheiten untersuchen werden, wollten sie uns
im Gespräch noch nicht verraten. |
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| v.l.n.r.:
Oblt Höfliger Karl (Carlo), Sdt Stadelman Guido (Fido), Wm Oertig
Jean-Marc (Schmö), Lt Rathgeb Werner (Werner Beinhart), Sdt Bachman
Paul (Paulchen), Kpl Ott Rudolf (Rudi Rastlos), Lt Kälin Peter (Fidel) |
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